Die Geschichte der Weinakademie Österreich

Der Campus der Weinakademie Österreich in Rust

Wie es begann

Wie bei so vielen Entwicklungen der jungen österreichischen Weingeschichte war der Weinskandal 1985 auch Auslöser eines Prozesses, der zur Gründung der Weinakademie Österreich führte. Es begann im Burgenland in den späten 1980er-Jahren, als unter dem sehr weitsichtigen Agrarlandesrat Paul Rittsteuer die damalige Weinwerbung Burgenland nach einem Zentrum für den neuen burgenländischen Wein suchte – ein „Haus des burgenländischen Weines“. Dieses sollte die verschiedenen Aufgaben im Rahmen der PR und die Koordination für den Imageaufbau des Weinlandes Burgenland übernehmen sowie eine Landesvinothek mit den besten Weinen des Landes im damals noch „vinotheklosen“ Burgenland beherbergen.

Die Weinakademie Vinothek (Architekt Kaitna&Smetana, 1990) gilt als Beginn der modernen burgenländischen Weinarchitektur

Der perfekte Standort für dieses neue Weinzentrum war mit dem historischen Seehof in Rust bald gefunden. Im November 1988 wurde ein Trägerverein mit dem Land Burgenland, der Weinwerbung sowie der Tourismuswerbung des Burgenlandes und der Freistadt Rust ins Leben gerufen. Als Geschäftsführer wurde Dr. Josef Schuller bestellt. Der Burgenländer war damals in Kalifornien für das Weingut Robert Mondavi tätig und hatte davor während seines Doktoratsstudiums in Südafrika auch die „Cape Wine Academy“ absolviert. Diese Cape Wine Academy und das „Robert Mondavi Wine Education Center“ waren auch die Inspiration für das Schulungskonzept der späteren Weinakademie Österreich.

Mit 1. Januar 1989 nahm das „Haus des burgenländischen Weines“ seine Tätigkeit auf. Der Verein wurde seiner Ausrichtung folgend relativ rasch in „Weinakademie Burgenland“ umbenannt. Neben dem Aufbau der Landesvinothek und Koordinationsmaßnahmen im Bereich Weintourismus und PR stand vor allem der Bereich der Weinschulung von Anfang im Fokus der Vereinstätigkeit. Die Seminare richteten sich neben Winzern vorwiegend an Touristen. Das „Weinseminar für Gäste des Burgenlandes“ wurde rund um den Neusiedlersee etabliert. Unter den ersten Seminarleitern waren prominente Winzer, wie Heidi Schröck, Erwin Tinhof, Gernot Heinrich oder Erich Krutzler. Die Weinakademie Burgenland entwickelte eine sehr enge Zusammenarbeit mit der zwei Jahre zuvor gegründeten ÖWM (Österreich Wein Marketing), und die Weinakademie Burgenland führte im In- und Ausland verschiedene Projekte mit der ÖWM durch. Von Seiten der ÖWM gab es den dringenden Wunsch, den Bereich der Weinschulung und Weiterbildung zu professionalisieren, sowohl im Marketingbereich für Winzer als auch im Bereich Weinschulung für Handel, Gastronomie und Konsumenten.

Übergabe eines Südafrika Praxis Stipendiums durch LR Paul Rittsteuer und Dr. Josef Schuller an Günter Triebaumer, 1989

Dies führte 1991 – aufbauend auf der Schulungstätigkeit der Weinakademie Burgenland – zur Gründung einer neuen Schulungsinstitution, dem Verein „Weinakademie Österreich“, mit Sitz in Rust und einer Expositur in Krems. Die ÖWM brachte sich als Partner in diesen Verein ein, und die „Weinakademie Österreich“ sollte als die „Nationale Weinschule“ Österreichs etabliert werden. Die Leitung übernahm Dr. Josef Schuller. Er baute seinen Mitarbeiterstab in Rust und Krems sowie ein Team von Lektoren auf. Im März 1991 erfolgten die feierliche Eröffnung der Weinakademie Österreich und der Beginn der Lehrtätigkeit.



Das Konzept und die Umsetzung

Die Unternehmensphilosophie der Weinakademie Österreich basierte auf einem Weinkulturregelkreis: Je mehr eine Gesellschaft über Wein weiß, umso mehr wird diese Gesellschaft guten Wein produzieren, vermarkten, nachfragen und letztendlich konsumieren. Somit richtete sich das entwickelte Schulungsangebot an alle Teilnehmer des Weinmarktes: Winzer, Weinhändler, Gastronomie, Distribution und Konsumenten. Eine Marktanalyse hatte gezeigte, dass es Nachholbedarf in allen Bereichen gab. Weinmarketing war für viele Winzer ein Fremdwort, und auch das gänzliche Fehlen einer Weinausbildung auf akademischem Niveau in Österreich hatte seine Spuren hinterlassen. Mangelndes Weinwissen in der Gastronomie, im Handel und in der Distribution war evident und auch das Wissen der Konsumenten eher rudimentär.

Österreich war damals – vor dem Beitritt zur EU – eine Weininsel, geschützt durch Importkontingente für Wein. Internationale Weine oder internationales Weinwissen waren kaum vorhanden. Das begünstigte klarerweise ein Kirchturmdenken und behinderte eine internationale Sicht auf die Weinwelt. Ein Stipendiensystem der neuen Weinakademie ermöglichte damals jungen Winzern, Praktika in den Ländern der neuen Weinwelt zu absolvieren und somit den Weinenthusiasmus nach Österreich zu importieren. Marketingworkshops und weintechnologische Seminare für Winzer waren eine der Hauptaktivitäten in den ersten Jahren der Weinakademie.

Die internationale Ausrichtung der Weinakademie prägte auch die Entwicklung eines Ausbildungssystems für Handel, Gastronomie und Distribution, sowie auch für Konsumenten. Die Weinakademie wollte als neutrale Institution über Wein informieren – nicht nur über österreichischen Wein, sondern auch über Weine der Welt – und dabei durchaus offensiv die Vorzüge des österreichischen Weines gegenüber der ausländischen Konkurrenz darstellen. Die Ambition war, nicht nur ein hochkompetentes Ausbildungsprogramm für österreichischen Wein zu erstellen, sondern auch für die Weine der Welt. Neben dem Fokus, möglichst viele Menschen über österreichischen Wein zu schulen und für diesen zu begeistern, sollte eine internationale Top-Ausbildung Experten hervorbringen, die dann kompetent und überzeugend auch die Vorzüge österreichischer Weine im Spannungsfeld mit der internationalen Konkurrenz vermitteln können.

Die Weinakademie baute ein Netz von Partnerinstitutionen wie Wirtschaftsförderungsinstitute, Volkshochschulen, Weinbauschulen und Gastronomen in ganz Österreich auf, wo Seminare zu österreichischem Wein abgehalten wurden. In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre näherte sich Österreich dem Höhepunkt des Weinbooms, was auch entsprechende positive Auswirkungen auf die Nachfrage nach Weinseminaren hatte. Die Weinakademie entwickelte sich in dieser Zeit zur größten Weinschule Kontinentaleuropas und ist seit damals finanziell unabhängig. Über 15.000 Teilnehmer nehmen seither alljährlich an über 800 Seminarveranstaltungen teil. Diesem Zustrom von Weininteressierten konnte in Rust im Jahr 2005 schließlich mit der Errichtung eines neuen Seminarzentrums im Ruster Seehof Rechnung getragen werden. Ein moderner Weinakademie Campus wurde errichtet.

Umbau der alten Jugendherberge im Seehof Rust in ein modernes Seminarzentrum 2004-2005

Eröffnung des neuen Weinakademie Campus mit Wein- und Politprominenz, 2005


Die London Connection

Obwohl Großbritannien als Wein produzierendes Land unbedeutend war und erst in den 2000er-Jahren als solches wahrgenommen wurde, war es jahrhundertelang der bedeutendste Weinhandelsplatz und – speziell London – sozusagen der Nabel der Weinwelt. Die wichtigsten Weinjournale, international tätige Handelshäuser, Weinauktionshäuser und auch die renommiertesten Weinausbildungsinstitutionen, wie das „Institute of Master of Wine“ und der „Wine and Spirit Education Trust“ (WSET) haben in London ihren Sitz. Diese beiden Institutionen wurden von der Weinakademie auch gezielt als internationale Kooperationspartner ins Auge gefasst und konnten auch für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Mittlerweile unterhält die Weinakademie Österreich mit beiden Institutionen seit Jahrzehnten eine intensive Partnerschaft.

Der WSET bot Anfang der 1990er-Jahre das renommierte „Diploma in Wines and Spirits“, die Vorstufe zur „Master of Wine“-Ausbildung, ausschließlich in Großbritannien in englischer Sprache an. Durch die Kooperation mit dem WSET konnte die Weinakademie diese Ausbildung in Österreich etablieren und ab 1993 exklusiv in deutscher Sprache in Rust anbieten. Damit hatte die Weinakademie ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten deutschen Sprachraum. Bereits 1994 graduierte der erste Jahrgang des WSET-„Diplomas in Wines and Spirits“. Unter den 14 Absolventen waren bereits einige führende Weinprofis des Landes. Da durch den Abschluss des WSET-„Diplomas in Wines and Spirits“ kein spezieller Titel erworben wurde, entwickelte die Weinakademie für Absolventen den Titel „Weinakademiker“, der den Absolventen verliehen wurde. Heute, 30 Jahre später, tragen mehr als 1000 Weinakademiker aus 45 Ländern diesen Titel.

Erster Weinakademiker Jahrgang mit 14 AbsolventInnen, 1994

Erstmals wurde 1994 bei der Weinakademiker-Graduierung auch der Titel „Weinakademiker h. c.“ für Verdienste im Bereich „international wine education“ und dabei auch für spezielle Verdienste für Österreich vergeben. Die Grande Dame des Weinjournalismus, Jancis Robinson MW (Master of Wine) aus Großbritannien war die erste Trägerin dieses Titels. Mittlerweile wurde der Titel an 15 führende Persönlichkeiten der internationalen Weinwelt verliehen: John Casson MW und David Wrigley MW 1994, Lynne Sherriff MW 1995, Gareth Lawrence 1998, Arne Ronold MW 1999, Monika Christmann 2001, Philipp Schwander MW 2002, Gabor Rohály 2006, Franz Fischler 2007, Frank Smulders MW 2011, Hannes Schultz und Konstantinos Lazarakis MW 2012, Marchese Piero Antinori 2015, Klaus Schaller 2016.

Übergabe des Titels Weinakademiker h.c an Jancis Robinson MW durch Minister Dr. Franz Fischler, 1994

Ein weiterer zentraler Faktor der „London Connection“ war das Institute of Masters of Wine, das den renommiertesten Titel der Weinwelt, den „Master of Wine“ an Absolventen der „schwierigsten Weinprüfung der Welt“ vergibt. Im Jahr 1998 graduierte der Leiter der Weinakademie Österreich, Dr. Josef Schuller, in London zum ersten Master of Wine Österreichs. Seine Zugehörigkeit zu diesem erlesenen Kreis führte zu immer engeren Banden der Weinakademie mit dem Institute of Masters of Wine und schließlich auch zum ersten „Master of Wine“-Symposium in Europa im Jahr 2002 in Wien.

Die führenden Journalisten, Händler und Opinion Leaders der Weinwelt waren dabei zu Gast in Wien. Neben dem Weinland Österreich stand klarerweise auch die Weinakademie Österreich im Scheinwerferlicht. Die Kooperation der Weinakademie mit dem Institute of Masters of Wine vertiefte sich weiter, und ab dem Jahr 2004 wurde auch alljährlich der Master of Wine Vorbereitungskurs für zukünftige Masters of Wine am neuen Campus der Weinakademie in Rust durchgeführt – neben den Kursorten London, Bordeaux, San Francisco und Adelaide. Mehrere hundert Master of Wine Studenten und mittlerweile knapp 100 Masters of Wine haben ihren langen Weg zum Master of Wine in Rust begonnen und dadurch eine spezielle Beziehung zum österreichischen Wein aufgebaut. Diese gute Kooperation mit dem Institute of Master of Wine führte schließlich dazu, dass im Jahr 2008 Josef Schuler MW zum ersten „non-british“-Chairman in der 60-jährigen Geschichte des Institutes bestellt wurde. Dies war klarerweise für die weitere internationale Etablierung der Weinakademie höchst hilfreich.

Chairman Dr. Josef Schuller und Vice-Chairman Lynne Sherrif, Institute of Masters of Wine, 2008

Die Kooperation mit den Hochschulen Geisenheim, Wädenswil und anderen

Mitte der 1990er-Jahre hat die Weinakademie Österreich enge Beziehungen mit der önologischen Weinkaderschmiede von Weltformat, der deutschen Hochschule Geisenheim, aufgebaut. Regelmäßige Vorträge der Geisenheimer Professorenschaft bei Konferenzen und Seminaren in Österreich prägten diese frühen Jahre. Das steigende Interesse an der Weinakademiker-Ausbildung in Deutschland führte schließlich 2002 zur Etablierung der Weinakademiker-Ausbildung an der Hochschule Geisenheim im Rheingau. Legendär in diesem Zusammenhang ist die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Jahr 2002 in den Gemächern der hochbetagten Fürstin Tatjana Metternich auf Schloss Johannisberg im Rheingau, unter Beisein der führenden politischen und weinwirtschaftlichen Vertreter beider Länder. Die Fürstin begrüßte die Gäste mit den Worten: „Es freut mich, Sie in diesem österreichischen Hause auf deutschem Boden willkommen heißen zu dürfen.“ Ein breites Lächeln der österreichischen Delegation und irritierte Blicke der deutschen Gäste waren die Folge. Dies war jedenfalls der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Die wichtigsten Weinhändler und Sommeliers Deutschlands zählen seither zu den Teilnehmern der Weinakademiker-Ausbildung in Geisenheim.

Fürstin Tatjana Metternich (Mitte) umrahmt von deutsch/österreichischer Wein und Politprominenz, 2002

Einige Jahre später erfolgte die Expansion der Weinakademiker-Ausbildung in die Schweiz. Seit 2007 ist die renommierte Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wädenswil vor den Toren Zürichs Partner und Austragungsort. Durch die einige Jahre zuvor erfolgte politische Entscheidung, die önologische Weinausbildung in der Schweiz ins französischsprachige Waadtland nach Changins zu verlegen, hatte sich die Bedeutung des Themas Wein an dieser historischen Anstalt in Wädenswil dramatisch reduziert. Auch deshalb wurde diese neue Kooperation mit der Weinakademie Österreich von den Proponenten des Deutschschweizer Weinbaues, aber auch des Züricher Weinhandels, sehr positiv gesehen und unterstützt.

Zeitgleich erfolgte 2007 der Beginn der Zusammenarbeit mit der Südtiroler Sommeliervereinigung und der späteren Weinakademie Südtirol. Im wunderbaren Ambiente des Klosters Neustift (einer Gründung der Klosterneuburger Augustiner-Chorherren) werden die Seminare der Weinakademie Österreich seither mit tatkräftiger Unterstützung der Südtiroler Weinwirtschaft durchgeführt. Einen Höhepunkt dieser Kooperation markierte die Veranstaltung des 24. Weinakademie-Kongresses der Wine Educators im Kloster Neustift im Jahr 2019.


Die Globalisierung

Während die Weinakademiker-Ausbildung in Österreich, Deutschland und Schweiz bis 2010 ausschließlich in deutscher Sprache durchgeführt wurde, war 2011 das Jahr zum Start der Globalisierung der Ausbildung. Aufgrund der steigenden Nachfrage aus Osteuropa bot die Weinakademie die Weinakademiker-Ausbildung ab diesem Jahr auch in englischer Sprache an. Die Zielgruppe waren dabei vor allem die Weinprofis der mittel- und osteuropäischen Länder sowie Russlands. Überraschenderweise belegten auch Teilnehmer aus Asien und Amerika diese Ausbildung, obwohl dies pro Jahr fünf- bis sechs Flugreisen nach Rust zu den Kursen und Prüfungen mit sich brachte.

Durch diese Nachfrage ermuntert, suchte die Weinakademie nach einer weiteren attraktiven, geblockten Kursversion, um diesen potenziellen Teilnehmern eine Alternative mit weniger Reiseaufwand zu bieten. Gefunden wurde sie 2016 durch die Kooperation mit dem „Istituto Grandi Marchi“ in Italien, welches führende Weingüter, wie Antinori, Gaja, Masi, Lageder etc. vereint. Bei diesem „Diploma International“ wird neben Seminaren am Campus in Rust und im Palais Coburg in Wien ein Kursblock auch in Florenz durchgeführt. Dies war von Beginn an ein Erfolg und aufgrund des weiter steigenden Interesses wird seit 2018 eine dritte englischsprachige Kursvariante der Weinakademiker-Ausbildung mit Kursblöcken in Geisenheim, Rust, Südtirol und Wädenswil angeboten. Film zum Diploma International


Das Weinakademiker Diploma

Bis 2017 war das WSET Diploma in Wines and Spirits der einzige Weg zum Titel Weinakademiker und wurde von der Weinakademie in deutscher und in englischer Sprache angeboten. Die Entscheidung des WSET ab 2018 diese Ausbildung nur mehr in englischer Sprache anzubieten, war der Auslöser für die Entwicklung eines neuen Ausbildungsformats in deutscher Sprache zum Weinakademiker – dem neuen „Weinakademie Diploma“ . Dieses wurde von der Weinakademie von 2016-2018 in Kooperation mit der Hochschule Geisenheim und der Hochschule Zürich, Wädenswil entwickelt und wird seit 2018 in Rust, Geisenheim und Wädenswil in deutscher Sprache durchgeführt.

Mit dem deutschsprachigen Weinakademiker Diploma ging man im Vergleich zum WSET Diploma inhaltlich noch einen Schritt weiter und verbesserte die Ausbildung in vielen Bereichen. Neben den wichtigsten Weinen und Spirituosen der Welt stellen vor allem die Bereiche Weinbau und Kellerwirtschaft, Weinmarkt und Weinbusiness sowie „Aktuelle Themen der Weinbranche“ Schwerpunkte der Ausbildung dar. Weiters wird bei der Ausbildung an den einzelnen Standorten in Rust, Geisenheim und Wädenswil auf das jeweilige Weinbauland und den nationalen Weinmarkt (Österreich oder Deutschland oder Schweiz) speziell Bezug genommen.

Ein weiterer Kernpunkt des Weinakademiker Diploma ist die Sensorik-Ausbildung, die sich am Master of Wine-Verkostungsschema orientiert und so auch potenziellen MW Studenten eine gute sensorische Grundlage bietet. Das Weinakademiker Diploma ist deshalb auch offiziell als Einstiegsqualifikation für das MW Studium anerkannt.

Somit gibt es seit 2018 zwei Wege zum Weinakademiker: in deutscher Sprache über das Weinakademiker Diploma und in englischer Sprache über das WSET Diploma in Wines. Das neue Weinakademiker Diploma war in allen drei Ländern von Beginn ein Erfolg und führte zu einer verstärkten Nachfrage nach der Ausbildung zum Weinakademiker. Da auch die englischsprachige Ausbildung immer mehr internationale Diplomastudenten anzog, stiegen die Teilnehmer- und Absolventenzahlen weiter an.


Der Beitrag zur Volksbildung und Aufklärung

Der Verein Weinakademie Österreich hatte bereits 2004 seine Rechtsform geändert und war seither eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung und ein staatlich anerkanntes Institut der Erwachsenenbildung. Auch im Sinne der Erwachsenenbildung war es der Weinakademie von Beginn an ein großes und wichtiges Anliegen, verantwortungsvoll und offen auch über die Gefahren von übermäßigem Alkoholkonsum zu informieren. Neben den möglichen positiven gesundheitlichen Auswirkungen von moderatem Weinkonsum wurden die negativen gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von übermäßigem Weinkonsum von der Weinakademie bei Seminaren und Konferenzen thematisiert. Die Weinakademie vertritt auch das Land Österreich offiziell in der Institution „Wine in Moderation“ mit Sitz in Brüssel und setzt die Informationskampagne und die Kommunikationsstandards zu diesem Thema in Österreich um.

Die Betreuung aller Tourismus- und Gastronomiefachschulen Österreichs ist seit Mitte der 1990er Jahre ein wichtiger Tätigkeitsbereich der Weinakademie. Dabei werden jährlich über 200 Seminare für mehr als 4.000 Schüler durchgeführt. Die Jungsommelier-Ausbildung, die seit Ende der 1990er-Jahre an den Tourismus- und Gastronomieschulen Österreichs ministeriell etabliert ist, wurde auch von der Weinakademie mitinitiiert und weiter unterstützt. In diesen Seminaren an Schulen wird von den Lektoren der Weinakademie, in Koordination mit den Fachschulen und abgestimmt auf das Kompetenzniveau der Schüler, Weinwissen vermittelt, die Weinverkostung trainiert, aber auch die „Wine in Moderation“-Botschaft propagiert. Die Weinakademie leistet dadurch ihren Beitrag zur Aufklärung von jungen Menschen zu diesem wichtigen Thema.

Die Weinakademie an Tourismusschulen

Die Weinakademie betreut auch über 600 Praxislehrer an diesen Schulen, versorgt diese mit aktuellen Informationen zum österreichischen Wein und unterstützt Weinprojekte. Seit 1995 wird alljährlich von der Weinakademie auch ein „Kongress der Wine Educators“ an wechselnden Orten in österreichischen Weinbaugebieten durchgeführt, um die Lehrerschaft über neue Entwicklungen zu informieren, deren Weinkompetenz zu erhöhen und deren Weinbegeisterung zu fördern.

Neben diesen Schulseminaren und der mehrstufigen strukturierten Weinausbildung, die ins Weinakademiker Diploma führt, veranstaltet die Weinakademie weiters eine Vielzahl von Einzelveranstaltungen, von Kurzseminaren bis zu Kursen, die sich über ein ganzes Winzerjahr erstrecken. Diese Seminare sind für alle Erwachsenen zugänglich und erfordern keine Vorqualifikation. Das Spektrum reicht von Kurzseminaren wie dem „1x1 des Weinverkostens“ über „Weinschnuppertag“, den „Wine & Cheese Weekends“ bis zu ganzjährigen praxisorientierten Kursen für private Weinliebhaber im Bereich Weinbau und Önologie, die sogenannten „Winzerjahreskurse“. Dabei werden vom Rebschnitt, der Lese, dem Weinausbau bis zur Abfüllung alle Arbeitsschritte auch praktisch ausgeführt und mit theoretischen Vorträgen ergänzt.


Der renommierte „Club der Weinakademiker“

30 jähriges Jubiläum der Weinakademie und Graduierung eines Rekordjahrgangs von 74 Weinakademikern, Schloss Esterházy 2021

Die Absolventen der Weinakademiker Diploma-Ausbildung sind die Weinakademiker. Diesen Titel verleiht das Kuratorium der Weinakademie an Absolventen, die auch einen Ehrenkodex unterzeichnen, der permanente Weiterbildung und höchste moralische Ansprüche im geschäftlichen und privaten Umgang mit Wein postuliert. Sie werden dann in den „Club der Weinakademiker“ aufgenommen. Diese Alumni-Vereinigung wurde als Zweigverein der Weinakademie 1997 gegründet und dient der Weiterbildung und internationalen Vernetzung der Mitglieder. Ein internationaler Vorstand leitet den Verein; die mehr als 1000 Mitglieder kommen aus 45 verschiedenen Ländern, der Großteil aus Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Die Weinakademiker arbeiten in verschiedenen Bereichen der Weinwirtschaft: Der Bogen reicht von Winzern, Weinhändlern, Einkäufern, Sommeliers und Gastronomen bis zu Wine Educators. Einige sind nicht beruflich mit Wein befasst, sondern sind „professionelle Weinfreunde“, die den vielleicht wichtigsten Bereich der Weinwirtschaft – die Konsumenten – vertreten. Die Weinakademiker dienen als Katalysatoren und veranstalten neben Veranstaltungen und Seminaren auch Workshops und Weinreisen. Vor allem in Österreich, in Deutschland und der Schweiz finden oft mehrmals pro Woche Veranstaltungen statt. Auch die Weinakademie veranstaltet regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen für diese Absolventen. Eine mehrtägige „Weinakademiker Summer School“ findet jährlich am Campus in Rust und an der Hochschule in Geisenheim statt.

Roman Horvath MW, Dr. Josef Schuller MW und Andreas Wickhoff MW, Galatasting Schloss Esterházy „Die 3 MWs“, 2014

Für viele Weinakademiker ist die renommierte Master of Wine-Ausbildung das nächste große Ziel auf ihrem Weg zum Wein-Olymp. Diese anspruchsvollste Weinprüfung der Welt, die vom Institute of Master of Wine angeboten wird, haben seit 1953 weltweit weniger als 500 Personen bestanden. Mit Stand 2022 kommen elf Masters of Wine aus den Reihen der Weinakademiker.

Neben den Österreichern Dr. Josef Schuller, Roman Horvath und Andreas Wickhoff, sind es aus Deutschland Caro Maurer, Romana Echensperger, Frank Röder, Thomas Curtius und Janek Schumann, aus Spanien Pedro Ballesteros Torres, aus den Niederlanden Job de Swart und aus China Lin Liu.

Seminarprogramm 2022/2023

Weinakademiker Diploma 2021/22

Weinakademiker Diploma 2022/23

Kontakt Büro Rust



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